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Junkers F13 Werknummer 746

Eurasia IV

von Enrico Friedel-Treptow (1:72 Revell)

Junkers F13 Werknummer 746

Als ich anfing, mich mit den Junkers-Wellblechflugzeugen näher zu beschäftigen, fiel mir eine F13 ins Auge. Sie hatte auf den Zeichnungen im Internet einen knallroten hinteren Teil. Ganz schnell kam ich zur Seite von Master-X. Denn dort gibt es einen Umbausatz bestehend aus Resinteilen und Decals eben genau für dieses Flugzeug. Also schnell bestellt, damit stand der halbroten Junkers nichts mehr im Weg. Irrtum, denn ich fand im Buch „The World`s First All-Metal AIrliner Junkers F13“ von Lennart Andersson, Günter Endres, Rob J.M. Mulder und Günther Ott die gleiche Maschine allerdings mit grünem Hinterteil. Was ist nun richtig? Da ich mit meiner Recherche nicht zur Lösung vordringen konnte, stellte ich meine Frage an die Experten hier im FF. Fast sofort erhielt ich Antworten: „Während eines Zeitraums von 1931 bis 1932 trugen die meisten Flugzeuge der Nanking Air Force eine spezielle Lackierung, wobei der hintere Teil des Rumpfes rot lackiert war, ursprünglich wurden roter Rumpf und blaue Flügel spezifiziert. Grün war jedoch die traditionelle Postfarbe in China und dies wurde für alle Flugzeuge festgelegt. Aus diesem Grund wurde der Rumpf der Eurasia Junkers F 13 und W 33 normalerweise bis Mitte der 1930er Jahre grün gestrichen.“ Dieser Aussage vertraute ich und verabschiedete mich schweren Herzens von der roten Farbe.

Junkers F13 Werknummer 746

Das Flugzeug

Was hat die Junkers F13 mit China zu tun? Sie gehörte zur  Eurasia-Corporation, einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Luft Hansa und der chinesischen Regierung. Kurz gesagt ging es dabei um die Schaffung einer Luftverbindung zwischen Deutschland und China. Im Juli 1926 starteten die ersten beiden Junkers G24 nach Peking, womit der praktische Teil des Unternehmens begann. Insgesamt flogen letztlich 30 Flugzeuge mit dem Namen Eurasia: Junkers F13, Junkers W33, Junkers W34 und Junkers Ju52/3m.

Junkers F13 Werknummer 746

Aber die Werknummer 746 startete ihre Karriere nicht als Eurasia-Maschine. Der Erstflug fand im August 1924 statt. Sie erhielt die Kennung D436 „Schneehuhn“ und blieb erst einmal bei Junkers Dessau. Ab Juni 1925 flog sie dann für die Junkers –Luftverkehrs AG, Berlin, wechselte dann im Januar 1926 zur Deutsche Luft Hansa AG, Berlin. Im Dezember 1930 wurde sie an die Eurasia Aviation Corporation, Shanghai, China verkauft. Im März des darauffolgenden Jahres erhielt sie dann die Bezeichnung Eurasia IV. Am 17.08.1937 wurde sie durch japanische Bomben zerstört. Die zweite Junkers F13 (Werknummer 747)  flog als Eurasia III.

Junkers F13 Werknummer 746

Das Modell

Der Bau des Modells verlief unproblematisch. Die Umbauteile von Master-X sind von sehr guter Qualität und passten genau zum Grundbausatz von Revell. Allerdings habe ich nicht alle Teile verwendet. So blieben die Räder und der Metallpopeller in der Schachtel (und warten auf ein Junkers W33-Projekt). Ich hatte ein Foto gefunden, das die Eurasia-Junkers mit den dünnen Rädern und Holzpropeller zeigt. Das gefällt mir besser.

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Enrico Friedel-Treptow

Publiziert am 10. Juni 2020

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