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Saab J29F "Tunnan"

von Roland Sachsenhofer (1:48 Pilot Repplicas)

Saab J29F "Tunnan"

Zwischen 1960 und 62 wurden insgesamt 30 J29F „Tunnan“ aus den Beständen der schwedischen Luftwaffe nach Österreich geleifert. Vor Ihrer Auslieferung wurden die Maschinen generalüberholt und mit den österreichischen Hoheitszeichen versehen. Am Äußeren in Naturmetall wurde nichts geändert, auch die Einheitsmarkierungen folgten dem schwedischen Design. Die österreichischen Luftstreitkräfte blieben die einzigen Auslandskunden der J29.

Saab J29F "Tunnan"

Das Training des fliegenden Personals sowie die Einschulung des Bodenpersonals erfolgten in Schweden. Dieses Programm sah vor, dass die Österreicher 5 bis 10 Stunden auf einer Zweisitzer SK28 Vampire absolvierten, die dann von etwa 40 Stunden auf der Tunnan gefolgt wurden.

Saab J29F "Tunnan"

In Österreich wurden die hierzulande als „Fliegende Tonne“ bekannten J29 beim Jagdbombergeschwader verwendet. Ursprünglich mit Basis in Wien-Schwechat wurde das Jabogeschwader bald nach Linz-Hörsching verlegt.

Saab J29F "Tunnan"

Der Einsatz erfolgte in zwei Staffeln. Die 1. Staffel flog Maschinen mit gelben Kennungen, die 2. Staffel war an den roten Markierungen identifizierbar. Die 2. Staffel fand 1968 in Graz-Thalerhof eine neue Heimat; allerdings wurden die „Fliegenden Tonnen“ schon bald darauf, 1972, außer Dienst gestellt.

Saab J29F "Tunnan"

Ab 1965/66 wurden an den österreichischen Militärluftfahrzeugen, wie auch hier an der „Gelben F“ zu sehen ist, an den Flächen- und Leitwerksspitzen Sichtkennungen in Form von breiten Bändern in „ Dayglow“ angebracht.

Saab J29F "Tunnan"

Hauptaufgabe der österreichischen J29 war die Luftverteidigung und der Schutz des neutralen Luftraums. Luftunterstützung und Luftaufklärung sollten ebenfalls mit diesem Muster abgedeckt werden. Eine Besonderheit der österreichischen Luftverteidigung bestand im Verbot des Einsatzes von Lenkraketen, sodass die Tunnan mit den vier internen 20mm Hispano m/47 Kanonen ihr Auslangen finden musste.

Saab J29F "Tunnan"

Die hier dargestellte Saab J29F 29449 hat als „Gelbe F“ bei der 1. Staffel des Jabogeschwaders in Linz-Hörsching Dienst getan. Heute ist dieses Flugzeug als Exponat im Luftfahrtmuseum Zeltweg zu sehen.

Saab J29F "Tunnan"

Mit der J29 Tunnan hatte sich Österreich für das erste im Nachkriegseuropa in Serie gebaute Kampfflugzeug mit Pfeilflügeln entschieden. Vergleichbar war die Tunnan mit der Mig-15 oder der amerikanischen F-86. Ihre Ahnenreihe geht dabei bis zum Messerschmitt-Projekt P.1101 der letzten Kriegsjahre zurück, wobei die Ähnlichkeit sich nicht nur auf die äußere Form erstreckt.

Saab J29F "Tunnan"

Mit dem Erwerb und der langjährigen Verwendung der „Fliegenden Tonne“ hatte das neutrale Österreich eine Tradition der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem neutralen Schweden begründet, die sich noch im Erwerb weiterer Flugzeugmuster wie der Saab 105 oder der Saab Draken ausdrückten sollte

Saab J29F "Tunnan"

Über diesen bemerkenswerten Bausatz des schwedischen Herstellers Pilot Replicas habe ich schon im Artikel zur ersten J29 geschrieben. Alle Interessierten darf ich darauf verweisen. Allerdings sei auch hier so viel verraten: die Formen gefallen durch kreatives Layout und Passgenauigkeit, in Hinsicht auf die Gestaltung von Oberflächenstrukturen möchte ich sogar von hervorragender Qualität sprechen. Dies gilt auch für die Decals, die man vertrauensvoll verwenden kann. Der an dieser Maschine zu sehende Satz an Zusatztanks ist übrigens nicht im Bausatz vorhanden, stammen aber als Zurüstteile vom selben Hersteller.

Saab J29F "Tunnan"

Als Fazit kann ich nur eine volle Empfehlung für diesen tollen Bausatz aussprechen. Er hat mir wirklich viel Modellbaufreuden und ein relativ rasches und erfahrungsreiches Projekt beschert.

Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass er inzwischen als schwer zu beschaffen gilt.

Saab J29F "Tunnan"

Wenn Ihr Euch nach dieser Vorrede selbst ein Bild vom Bausatz und dem Bauprozess machen möchtet, kommt Ihr hier zum Baubericht auf Scalemates. Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at

Roland Sachsenhofer

Publiziert am 28. Juni 2019

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