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Zarbombe AN602

von Thomas Brückelt (1:72 Amodel)

Zarbombe AN602

Am 30. Oktober 1961 wurde über der russischen Insel Novaya Zemlya in ca. 4.000 m Höhe die bisher größte von Menschen erzeugte Explosion ausgelöst. Die Detonation der Zar-Bombe (AN602) war bisher die einzige, die einen Einfluss auf den Erdkern hatte. Ihre Druckwelle war noch messbar, nachdem sie zum dritten Mal die Erde umrundet hatte. Der Atompilz erreichte eine Höhe von ca. 64 km.

Zarbombe AN602

Bei der Zar-Bombe handelte es sich um eine dreistufige Wasserstoffbombe. Was die Sprengkraft der Bombe angeht, findet man unterschiedliche Angaben, sie reichen von 50 bis 60 Mt (TNT äquivalent). Die Russen setzten damit einen weiteren Höhepunkt im Kalten Krieg. Begründung für eine solch starke Bombe war, dass sie nicht so genaue Zielsysteme für ihre ICBMs herstellen konnten, daher versuchte man das mit mehr Sprengkraft zu kompensieren. Es sollte wohl weiterhin eher ein politisches „Muskelspiel“ sein, denn einsatztauglich war diese Bombe keinesfalls. Mit ihrem Gewicht von 27 t war sie viel zu schwer, um von einem Bomber unter Einsatzbedingungen zu einem westlichen Ziel gebracht zu werden.

Zarbombe AN602

Der Bomber, der die Zar-Bombe abwarf, war eine speziell dafür umgebaute Tu-95 Bear. Die Maschine erhielt die Bezeichnung Tu-95V. Die Bombe besaß einen großen Bremsfallschirm, der dem Bomber das Entkommen von der Druckwelle ermöglichen sollte. Dies gelang nur knapp. Die Bear wurde von der Druckwelle schwer beschädigt, schaffte es aber zur Basis zurück. 

Zarbombe AN602

Als ich zufällig in ebay über den Bausatz stolperte, musste ich dieses Ding unbedingt haben! Ein Freund konnte sich ebenfalls begeistern, so landeten gleich zwei Bausätze auf dem Basteltisch. Ich dachte mir zunächst, ein kleines Projekt für zwischendurch, ist ja „nur“ eine Bombe! Als ich den Karton öffnete, waren meine Vorstellungen vom schnellen Bau dahin. 212 (!) Teile wollen pro Bausatz zusammengeklebt werden! Das Meiste davon gehört allerdings zu dem Anhänger, auf dem die „Mutter aller Bomben“ geschleppt wurde. Die Bombe lässt sich in zwei Versionen bauen. Einmal in der tatsächlich eingesetzten Variante und als Museumsexponat. Hier weicht die Form des vorderen Teils deutlich vom Original ab, daher ist der Bau des Ausstellungsstücks eher uninteressant.

Zarbombe AN602

Die Passgenauigkeit der Teile ist in Ordnung, allerdings muss viel Grat entfernt werden. Da die meisten Teile sehr klein sind ist der Zusammenbau eine Herausforderung für die Feinmotorik! Mit der Farbgebung in der Anleitung war ich nicht ganz einverstanden. Der Anleitung nach sollte man den mittleren Teil hellgrau lackieren. Bilder, die ich im Internet und in dem Buch „Tupolev Tu-95/Tu-142“ von Yefim Gordon und Dmitriy Komissarov fand, deuten eher darauf hin, dass der mittlere Teil der Bombe in einem stumpfen Aluminium war. Auch lackierte ich die Details gemäß den Bildern, die ich fand, darauf geht Amodel leider überhaupt nicht ein. 

 

Zarbombe AN602

Lackiert habe ich die Modelle mit dem Pinsel und Revellfarben (Email). Zum Schluss sprühte ich seidenmatten Klarlack darüber. Ein kleines Schildchen mit Ort, Datum und einem Bild der Explosion fertigte ich mir an. Dazu verwendete ich ein Bild, dass ich im Internet fand und druckte es auf Folie von ACT. Die Schildchen fertigte ich aus ABS an.

Zarbombe AN602

Die Bombe steht nun in meinem 1:72-Bomber-Regal. Auf den ersten Blick denkt man, man hat sich im Maßstab vertan, aber immerhin hatte die Bombe einen Durchmesser von 2 m und war 8 m lang!    

Zarbombe AN602

Zarbombe AN602

Zarbombe AN602

Thomas Brückelt,
acroairwolf.beepworld.de

Publiziert am 15. Januar 2013

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