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Boeing 777-300ER

Air New Zealand

von Marco Coldewey (1:144 Eastern Express)

Boeing 777-300ER

Infos zum Original:

Die Boeing 777 ist das erste von Boeing am Computer entwickelte Flugzeug. Dieser Twinjet ist der größte seiner Klasse. Bei den -300 Versionen wurde der Rumpf um 10,20m verlängert, damit ist die die -300 Serie länger als eine 747 und war bis zur Vorstellung des Airbus A340-600 das längste Passagierflugzeug der Welt. Bei der -300ER wurden noch zusätzlich Raked Wings angebracht, diese ist die größte Ausbaustufe der 777 Serie mit einer Spannweite von fast 65m.

Boeing 777-300ER

Die "Triple 7" genannte Boeing wird von den stärksten Triebwerken der zivilen Luftfahrt angetrieben. Die General Electric GE90 Serie besitzt eine Leistung von über 500.000 Newton Schubkraft, das ist das Äquivalent zu über 110.000 PS, damit besitzt ein GE-90 mehr Schubkraft, als die acht Triebwerke einer Boeing B-52D zusammen. Unter Volllast verschlingt das GE-90 56.633m³ (56.633.671 Liter) Luft pro Minute. Mit fast 3,5m ist das GE90 größer als der Rumpf so manches Passagierflugzeuges. Kostenpunkt pro Einheit liegt bei $20 Millionen (14 Mio. €).

Boeing 777-300ER

Nach einigen Startschwierigkeiten hat sich die Boeing 777 zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Bis Ende 2012 wurde die Boeing 777 insgesamt 1.283 Mal bestellt. In ihrer nun fast 20-jährigen Karriere gab es keinen Absturz mit Todesfolge, lediglich einen Triebwerksausfall bei der Landung und einen Brand am Boden, wobei beide 777-200 abgeschrieben werden mussten. Dies sind bis heute die einzigen Verluste.

Boeing 777-300ER

Air New Zealand wurde 1940 als Tasman Empire Airways Limited (TEAL) gegründet und bediente vorwiegend die Routen nach Australien mit Flugbooten. Ab 1960 wurden diese dann ausgemustert und normale Propellerflugzeuge eingesetzt. Mit der Übernahme der ersten Douglas DC-8 1965 benannte man sich zur heutigen Air New Zealand um. Mit den neuen DC-8 war man nun auch in der Lage, transpazifische Routen zu fliegen. 1973 wurden zur Unterstützung einige DC-10 beschafft. Die erste Boeing 747 wurde 1981 in Dienst gestellt und die erste europäische Route nach London eröffnet. Nach der Privatisierung 1990 bekam die Fluglinie Probleme und fusionierte mit Ansett Australia. Die Krise um den 11. September 2001 führte dann fast zum Kollaps, so dass sich die neuseeländische Regierung einschaltete und ANZ wieder verstaatlichte. 2003 erfolgte dann die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, nachdem viele Strecken durch die Krise eingestellt worden waren, startete man nun wieder durch und beschaffte sich acht Boeing 777-200ER.

Boeing 777-300ER

Nach dem der Flughafen Christchurch nach dem schweren Erdbeben am 22.02.2011 wieder eröffnet wurde, setzte Air New Zealand alle Kapazitäten für Hilfsflüge ein, so wurden alle Flüge für $50 angeboten, um Einwohner aus der zerstörten Stadt zu fliegen. Man setzte dazu auch die Langstreckenflotte auf Inlandsrouten nach Auckland, Hamilton, Palmerston North und Ivercargill ein.

Boeing 777-300ER

Wie im ganzen Land, ist man auch bei Air New Zealand stolz auf die "All Blacks", das neuseeländische Rugby Team. Daher wurden bereits zwei Airbus A320 komplett in Schwarz mit dem Titel "Crazy about Rugby" versehen. Zwischen 2011 und 2012 verstärkte man diese Kampagne und lackierte eine ATR-72 sowie zwei Beechraft 1900 in der schwarzen Bemalung mit einem weiß-grauen Farnblatt am Heck. Boeing lieferte am 12.01.2012 eine neue Boeing 777-300ER im Farbschema der All Blacks aus.

Boeing 777-300ER

Infos zum Bau:

Eine Boeing 777-300ER baue ich nicht oft, schon länger wollte ich mich dieses Typs mal wieder annehmen. Mit den Decals von Gio ergab sich dann letztes Jahr wieder eine Variante, für die sich dieser Aufwand lohnte. Obwohl die Boeing 777 ein gängiges Flugzeug ist, gibt es keinen richtig guten Bausatz. Ich entschied mich das erste Mal für die Variante von Eastern Express, es ist eine leicht modifizierte Version des Minicraft Kits, welcher an den neuralgischen Stellen, wie Cockpit und Fahrwerk, stark verbessert wurde. Von der Grundqualität der Teile ist der Bausatz zwar schlechter und erfordert dadurch mehr Arbeit. Am Ende hat man aber ein besseres Ergebnis, als mit der Minicraft Variante, meiner Meinung nach.

Boeing 777-300ER

Die 777 wurde verlängert, für die größere GE90-115B Variante habe ich zuerst die verfügbaren Contrails Triebwerke versucht, was leider aufgrund der mangelnden Qualität kläglich scheiterte. Anfang des Jahres brachte dann Welsh Models ein Umrüstkit mit Raked Wings und den großen GE90 heraus, welche sich um einiges besser verarbeiten ließen. Nach der Lackierung folgte das größte Hindernis, die Decals. Das hintere Decal ist über 20cm lang und leider nicht an die Verjüngung des Rumpfs angepasst. Nach dem dieses an mehr als zehn Stellen einriss, war das Modell kurz vorm Scheitern. Jedoch habe ich die Kurve noch bekommen. Leider sieht man bei näherer Betrachtung einige Risse in den Decals, was sich nicht mehr vermeiden ließ. Von da an wurde die 777 wieder zur Routine. Antennen, Scheibenwischer und Static Discharger. Am Ende bin ich froh, dieses Modell, welches seit September bearbeitet wurde, vom Tisch zu haben.

Boeing 777-300ER

Marco Coldewey,
modellbau.mc84.de

Publiziert am 20. Juni 2013

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